Happy end mit Fa. Grzebiela?


Tipps für zukünftige Bauherren für die Auswahl einer Baufirma

Aus unseren schlechten Erfahrungen mit dem „versuchten“ Bauen im Jahr 2013 mit der Dipl.-Ing. Schmidt Massivbau GmbH aus Itzehoe haben wir folgendes gelernt und möchten dieses an alle zukünftigen Bauherren weiter geben, damit diese nicht die gleichen schlechten Erfahrungen machen müssen wie wir. Hier einige Tipps bevor man sich für eine Baufirma seines Vertrauens entscheidet:

1)     Internetrecherche über die Baufirma, wenn nichts über die Firma im Netz steht ist das mehr als merkwürdig und sollte einem zu denken geben.

2)     Fragt nach Referenzen (achtet darauf ob diese auch durch die aktuelle Firma gebaut wurden), die sollten eine Liste Euch geben können wo Ihr auch ohne Begleitung hin fahren dürft.

3)     Recherche über die Baufirma bei großen Baustofflieferanten, Handwerksbetrieben und Banken aus der Umgebung der Firma. Eine Auskunft über die Liquidität der Firma im Vorfeld.

4)     Mitglied werden in einem der vielen Bauherrenverbände und sich dort über die Baufirma erkundigen, außerdem erhält man dort weitere Tipps.

5)     Wenn die Firma keine eigenen Gewerke mit eigenen Leuten durchführt, dann ist das Bauvorhaben zu 100% von Subunternehmern abhängig, werden die nicht bezahlt, kommen die auch nicht, auch nicht zu Ihrem Bauvorhaben!!!

6)     Einschaltung eines Anwaltes und / oder Bauüberwachers (private über Empfehlungen sind unsere Favoriten, Dekra, Tüv o. a.), dann steht man nicht alleine da und kann gleich den Bauvertrag von ihm prüfen lassen. Die zusätzlichen Kosten für einen Bauüberwacher von 3 bis 4 T€ zahlen sich auf jeden Fall aus, denn Baumängel werden von einem Fachmann besser erkannt. Oder noch besser die Baufirma gibt sich deutlich mehr Mühe von Anfang an.

7)     Meistens kennen die Bauüberwacher die kritischen Firmen und können eine Empfehlung zu den potentiellen Firmen machen. Den Bauüberwacher bitten sich den Vertrag durchzulesen und zu kommentieren.

8)     Überprüfung der Zahlungspläne (vom Bauüberwacher, Bauherrenverbänden oder Anwalt). Ein Musterzahlungsplan findet sich unter: http://www.hausundgrund.de/bauvertrag.html. Man sollte nie und nimmer in Vorleistung gehen!!! Aufpassen wie viel man bis zur Fertigstellung des Rohbaus bereits bezahlen soll, damit keine Überzahlung entsteht und das Bauunternehmen seine „Schäfchen bereits im Trockenen“ hat und damit kein Interesse mehr hat am Weiterbau( so wie bei Schmidt Massivbau).

9)     Bauzeitenplan vereinbaren und zum Vertragsbestandteil machen, wir haben bis zur Kündigung keinen Bauzeitenplan erhalten. Obwohl wir damals den Geschäftsführer, den damaligen Prokuristen und vertriebleiter den Oberbauleiter und den Bauleiter immer wieder schriftlich aufgefordert haben uns einen Bauzeitenplan zu zuschicken!

10)  Mehrere Baufirmen mit einander Vergleichen in Preis- und Leistung. Nach versteckten Kosten schauen.

11)  Jede Baufirma, die nichts zu verbergen hat, wird bestimmt auch fertige Häuser mit den zugehörigen Bauherrn benennen können, die mit dieser Firma gebaut haben. Und nicht nur „Rohbauhäuser“ sich anschauen, wie wir das gemacht haben.

12)  Es macht Sinn, wenn mindestens ein Bauingenieur im Unternehmen tätig ist und nicht nur Kaufleute, besonders, wenn das Unternehmen Dip.-Ing. Schmidt Massivbau heißt!

13)  Möglichst eine Baufirma aus der näheren Umgebung nehmen, dann ist der direkte und persönliche Kontakt einfacher und auch nach der Fertigstellung des Hauses können Gewährleistungsmängel schneller behoben werden.

14)  Nachfragen und recherchieren wie lange es die Baufirma schon gibt! Die angegebenen Referenzen prüfen! Wenn man nur den Hauch von irgendeinem Zweifel an der Firma hat auf sein Bauchgefühl hören!

15)  Über den Vertrag mindestens eine Nacht schlafen, man muss nicht sofort unterschreiben (siehe unter Punkt 4), wird man hier zur Unterschrift gedrängt dann lieber die Hände davon lassen.

Und wenn dann trotzdem „das Kind in den Brunnen gefallen ist“. Geht an die Öffentlichkeit und gebt Eure Erfahrungen weiter. Holt Euch Hilfe! Anwalt, Baubegleitung, Polizei egal, helft anderen mit, nicht den gleichen Fehler zu machen! Jeder kann Opfer von Betrug werden, auch die Studierten und besonders gutgläubigen Menschen! Wenn Ihr keinen Blog machen wollt, dann schreibt Eure Erfahrungen (wirklich gemachte) und bewertet die Firma im Internet. Falls jemand denkt, da habe ich doch nichts davon, denkt daran Ihr seid in die Falle gegangen, weil andere Ihre Erfahrungen nicht publik gemacht hatten.

Letzter Tipp:

Gutgläubigkeit ist total fehl am Platz, jede Terminvorgabe und -überschreitung sollte schriftlich kommuniziert werden, damit man es nachher leichter hat aus besonderem Grund aus dem Vertrag zu kommen. Und Bitte denkt daran, die betrügerischen Firmen nutzen das „Prinzip Hoffnung“ der Bauherren aus, es werden die besten Ausreden vorgetragen und wenn etwas getan wird, dann nur um einen bei Laune zu halten. Denn jede Ausrede klingt am Anfang unheimlich plausibel. Die Ausreden für unseren Baustillstand waren:

Der Winter 2013 (Januar bis April) war besonderes hart, hier ist einiges liegen geblieben, daher kommt das Betonwerk nicht mehr hinterher. Geschätzte Verzögerung 3 bis 4 Wochen. Was haben wir falsch gemacht, wir haben der Aussage Glauben geschenkt. Was hätten wir sofort machen sollen, ein Paar Betonwerke sofort kontaktieren und die Aussage auf Glaubhaftigkeit überprüfen. (Das haben wir schließlich dann auch getan aber erst nach 2 Monaten Baustillstand).

Der Betonhersteller hat ein Qualitätsproblem, daher können wir es nicht verantworten die Decke bei Ihnen einzubauen, es wurde versprochen in 1 bis 2 Wochen das Problem im Griff zu haben. Klingt für die Bauherren richtig gut, denn wer will schon eine minderwertige Qualität einbauen. Was empfehlen wir, die Adresse des Betonwerks geben lassen und selber Kontakt aufnehmen.

Der Gerüstbauer hat das Gerüst leider nicht aufgestellt, daher kann keine Decke eingebaut werden. Aber nächste Wochen ist es soweit.

Der Betonbauer hat wieder Lieferschwierigkeiten und unser Geschäftsführer hat am Montag einen Termin mit dem dortigen Geschäftsführer.

Und so kam eine Woche auf die andere zusammen, weil wir dachten, es wird schon und eigentlich haben wir ja noch Zeit, das Wetter ist ja auch noch warm, die werden die Zeit noch raus holen. Plötzlich war es aber Ende November als wir die Kündigung ausgesprochen haben.

Hoffentlich bringt Euch das was, damit Ihr nicht das gleiche durchmacht wie wir und viel andere

18.1.14 13:28

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(27.10.14 13:28)
Das liest sich ja exakt wie meine Erfahrung. Nur dass unser Bauträger Aplan hieß und nun insolvent ist. Ich muss hier allem Geschriebenen Recht geben. Nur das mit den Bewertungen und Blogs hat bei unserem Bauträger nicht geklappt. Es haben viele versucht zu warnen. Wirklich jeder Beitrag oder Blog wurde seitens der Betreiber gelöscht. Deswegen stimme ich auch dem zu: sei wachsam, wenn du gar nichts findest im Netz.
Das ganz Schlimme: unser Bauträger macht mit neu gegründeten Firmen weiter und es scheinen genug Leute nicht auf die nun so offensichtlichen Anzeichen zu achten. Selbst die Gründung der neuen Baufirmen aus Vorrats GmbHs und ihr kurzes Bestehen scheinen manche Menschen nicht abzuschrecken.


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